Probiotische Joghurts helfen bei Darmentzündungen

Forscher des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung haben nun herausgefunden, dass nicht nur der Glaube an Probiotika hilft, sondern die speziellen Bakterienstämme wirklich etwas bringen. Offensichtlich machen sie die Darmoberfläche widerstandsfähiger, da sie den Zusammenhalt der dort befindlichen Epithelzellen stärken. Chronische Darmentzündungen werden so in ihren Krankheitssymptomen abgeschwächt.

Oberfläche des Darms

Die Aufgabe der Darmoberfläche besteht darin, die Bakterien davon abzuhalten, ins Körperinnere einzudringen. Die abgrenzende Zellschicht, die den Darminhalt gegenübersteht, wird Darmepithel genannt. Sollten Mikroorganismen aus dem Darm durch das Epithel in das Körperinnere gelangen, kann es zu schweren Erkrankungen kommen. Bei einer chronischen Darmentzündung ist dies der Fall.

Tierversuche zeigten, dass die Einnahme von E. coli Nissle, einem probiotischen Bakterienstamm, die Symptome der Krankheit abschwächt.

Durchfall mit probiotischen Joghurtgetränken bekämpfen

In England wurde von Wissenschaftlern bestätigt, dass der Verzehr von probiotischen Joghurtgetränken während der Einnahme von Antibiotika vor Durchfall schützt. Die im Sommer veröffentlichte Studie bestand darin, dass mehr als 100 Patienten zwei Mal täglich entweder ein Joghurtgetränk mit Milchsäurebakterien oder einen keimfreien Milchshake zu sich nehmen mussten.

Alle Patienten wurden wegen Infektionen mit Antibiotika behandelt. Jeder dritte Patient in der Gruppe mit dem Milchshake bekam Durchfall, in der Joghurtgruppe nur jeder Achte. Zudem war auffällig, dass der Durchfall zu 17 Prozent vom Erreger Clostridium difficile verursacht wurde. In der Kontrollgruppe dagegen war dieser Keim für keinen der Patienten ein Problem.