Joghurt für Kleinkinder und Babys 👶

Joghurt ist gerne Teil von Babynahrung. Auch für Kleinkinder wird stark damit geworben. Was steckt hinter dieser Werbung? Ist Joghurt-Beikost gesund?

Joghurt für Kleinkinder

Milch oder Joghurt sind keineswegs ein absolutes Muss für Kinder. Aber wenn keine Milchunverträglichkeit vorliegt, können Milchprodukte unsere Ernährung ausgewogener gestalten.

Wir halten Naturjoghurt für Kinder sinnvoll, da diese Milchsäurebakterien enthalten. Milchsäurebakterien fördern die Vielfalt im Darm und tragen so zu einem starken Immunsystem bei.

Wir schreiben bewusst Naturjoghurt, da gekaufte Fruchtjoghurts o. Ä. viel Zucker enthalten. Letzteren halten wir für ungesunden Joghurt, da die empfohlene Zuckermenge bereits nach einem Becher überschritten ist.

Unser Tipp: Involviere Deine Kinder beim Selbermachen von Joghurt. So lernen sie wie Lebensmittel entstehen können. Darüber hinaus schmeckt Selbstgemachtes noch besser!

Beikost für Babys

Ab dem fünften Lebensmonat gibt als allmählich Beikost zur Muttermilch. Die ersten Beikost-Speisen sollten aus Gemüse, Kartoffeln und Fleisch bestehen. Doch wie sieht hier die Empfehlung für Milch und Joghurt aus?

Ab welchem Monat Milch für Babys?

Ab dem sechsten Monat gilt bis zu 200 ml Kuhmilch pro Tag als erlaubt. Fertige Babynahrung enthält teilweise bereits ab dem fünften Monat Milch.

Erlaubt heißt jedoch nicht unbedingt, dass es empfehlenswert ist. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt erst im dritten Beikost-Monat Vollmilch zu integrieren. Dies entspricht dem 8. - 9. Lebensmonat.

Ab welchem Monat Joghurt für Babys?

Für Babys ab dem 10. Monat wird mit Joghurt-Beikost geworben. Auch hier sehen die Empfehlungen der DGE eher negativ aus. Neben der Vollmilch ab dem 8. Lebensmonat sind weitere Joghurt- oder Quarkspeisen tabu.

Was spricht gegen Milch-Beikost?

Kuhmilch ist für Kälber gedacht und diese haben andere Anforderungen als unsere Babys und Kinder. So unterscheidet sich menschliche Muttermilch sehr zur Kuhmilch. Folgende Punkte sind in den ersten Lebensjahren kritisch zu bewerten:

  • Stark erhöhte Eiweißzufuhr durch Joghurt oder Quark
  • Insulin like Growth Factor-1 (IGF-1) wird erhöht
  • Verminderte Zufuhr von Eisen
  • Verminderte Aufnahme von Ballaststoffen

Stark erhöhte Eiweißzufuhr

Die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (DGKJ) hält Beikostprodukte mit hohem Proteinanteil für schädlich. Nehmen die Babys mehr Eiweiß auf als benötigt, belastet dies die Nieren und steigert die Harnstoffproduktion.

Durch die empfohlenen 200 ml Vollmilch und Muttermilch-Fütterung wird bereits ausreichend Eiweiß verzehrt. Weitere Mahlzeiten sollten daher keine Joghurt- oder Quarktöpfchen enthalten.

Insulin like Growth Factor-1

IGF-1 ist ein Peptidhormon, welches wichtig für Wachstum und Entwicklung des Menschen ist. Das Rinder-Hormon ist dabei identisch mit dem des Menschen. Ein zu viel des Hormons kann daher negative Folgen haben. Es wird vermutet, dass durch dieses Hormon Kinder zukünftig häufiger an Übergewicht leiden.

Verminderte Aufnahme von Ballaststoffen

Milchprodukte besitzen deutlich mehr Kalorien als Gemüse. So ist das Baby schneller gesättigt als bei Gemüse. Aus diesem Grund können diese Mahlzeiten andere Gemüse-Mahlzeiten verdrängen.

Gemüse ist jedoch ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Es liefert Ballaststoffe, Vitamine, Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe.

Calcium-Mangel durch Milchverzicht?

Bei Verzicht auf Milch denken viele an Calcium-Mangel. Dabei kann besonders grünes Gemüse eine bessere und gesündere Quelle sein. Brokkoli bringt 105 mg Kalzium pro 100 gr auf den Teller. Bei Milch ist der Anteil nur geringfügig höher mit 120 mg/100 gr.

Ein Verzicht auf Milch wird daher bei Kindern nicht zu Knochenschäden oder Mangelerscheinungen führen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

🐄 Ab welchem Monat darf mein Baby Joghurt essen?

Im Supermarkt wird Joghurt-Beikost für Babys ab dem 10. Monat angeboten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Kuhmilchprodukte erst ab dem ersten Lebensjahr. Nach einem Jahr sind ca. 200 ml (150 gr Joghurt) und ab 18 Monaten ca. 300 ml (225 gr Joghurt) Milchprodukte vertretbar.

🐮 Warum sollte mein Baby keinen Joghurt essen?

In den ersten Lebensmonaten ist die Verdauung nicht vollständig ausgebaut. Aus diesem Grund kann Milchsäure schwer verstoffwechselt werden. Auch die erhöhte Zufuhr von Eiweiß kann die Nieren des Babys belasten. Dies führt zu einer erhöhten Harnstoffproduktion.
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